Photovoltaik: Aufdach-, Indachmontage oder Solardachziegel?

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Aufdach-, Indachmontage oder Solardachziegel: Welche Monatgeoption für die PV-Anlage?

Früher mussten Photovoltaik-Fans in der Regel auf klobige und unansehnliche Dachgestelle zurückgreifen. Das störte den optischen Eindruck, mindestens aber den der Nachbarn, und trug den Pionieren nicht selten den Ruf von Sonderlingen ein. Zum Glück sind diese Zeiten vorbei: Die Technik hat sich weiterentwickelt und buchstäblich flächendeckend durchgesetzt. Ganz aus dem Blickfeld kann die Technik aber nicht verschwinden – schließlich basiert sie darauf, Sonneneinstrahlung auf einer größeren Oberfläche abzufangen und in elektrische Energie umzuwandeln. Es gibt mittlerweile aber mehrere Montageoptionen für die Module – bis hin zu Dachziegeln, die die PV-Funktion übernehmen sollen. Die gängigsten Möglichkeiten stellen wir hier vor.

Aufdachmontage

Der Klassiker bei der Photovoltaik ist die Aufdachmontage. Sie ist in der Praxis immer noch am häufigsten anzutreffen, doch haben die Anlagen mit der Zeit viel von ihrer Klobigkeit verloren. Dabei werden die Solarmodule in ein Metallgestell eingepasst, das auf Schienen auf das Dach gesetzt wird. Das bietet gleich mehrere Vorteile: Die Montage ist leicht durchführbar, da nicht nennenswert in die Bausubstanz eingegriffen werden muss. Ebenso lassen sich die Module einfach austauschen oder wieder komplett abbauen, ohne größere Spuren zu hinterlassen. Darüber hinaus muss der Untergrund nicht eben sein, da die Module auf dem Gestell stehen. Damit können Höhenunterschieden ausgeglichen werden. Ein weiterer Pluspunkt betrifft die Technik selbst: Durch den Abstand zum Dach weht der Wind unter dem Aufbau hindurch und sorgt so für eine natürliche Belüftung und Kühlung.

Montage einer Solaranlage auf einem Hausdach © Marina Lohrbach, stock.adobe.com
Montage einer Aufdachmontage auf einem Hausdach © Marina Lohrbach, stock.adobe.com

Voraussetzung – und insbesondere bei älteren Gebäuden zu beachten – ist, dass das Dach ausreichend tragfähig ist, um das Gewicht der Anlage aufzunehmen. Darüber hinaus sollte es intakt sein, da ein großer Teil von der Anlage bedeckt wird. Anstehende Renovierungen sollten also unbedingt vor der Installation durchgeführt werden. Die Montage sollte im Zweifel Fachleuten überlassen werden. Nicht nur, dass sie Erfahrung und das nötige Know-how mitbringen. Sie wissen auch, welche Modelle für welche Neigungswinkel des Daches geeignet sind und wie sich die Anlage sachgerecht gegen Natureinflüsse wie starken Wind oder Schnee absichern lässt. Da sich das Schienensystem von der Oberfläche abhebt, bietet es mehr Angriffsfläche. Mit der Aufdachmontage verändert sich auch die Statik des Daches, was zur Vermeidung von Folgeschäden unbedingt ebenfalls zu beachten ist.

Solaranlage auf einem Hausdach: Statische Voraussetzungen prüfen
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Indachmontage

Bei einem bestehenden Haus wird der Aufwand für eine Aufdach-Montage sicherlich eher vertretbar sein, als dass das komplette Dach ins Auge gefasst wird. Steht aber ohnehin eine Neueindeckung an oder handelt es sich um einen Neubau, bietet die Indachmontage aber eine mehr als gute Alternative zu vergleichbaren Kosten. Zu bedenken ist in diesen Fällen nämlich auch, dass ein guter Teil der Materialkosten für das Dach wegfallen, da dort stattdessen die PV-Anlage ihren Platz findet. Zudem benötigen viele dieser Modelle im Gegensatz zur Aufdachmontage keinen gesonderten Rahmen. Eine Indachmontage schadet dem ästhetischen Gesamteindruck außerdem weniger, weil sich die Anlage nicht sichtbar vom Dach abhebt. Darüber hinaus sind die Module und die gesamte Technik wie beispielsweise die Verkabelung geschützter, weil sie eben nicht prominent hervorstehen, sondern integraler Bestandteil des Daches sind. Damit fällt auch die zusätzliche Traglast niedriger aus. Kritisch sind die Übergänge von den Solarmodulen zum Rest des Daches: Hier muss besonders auf Dichtigkeit und einen nahtlosen Anschluss geachtet werden.

Indach Photovoltaikanlage © Garteneidechse, stock.adobe.com
Indach Photovoltaikanlage © Garteneidechse, stock.adobe.com

Ein Vorteil der Aufständerung, wie man die Aufdachmontage auch nennt, fällt allerdings weg: die natürliche Kühlung. Da weniger „Spiel“ im Spiel ist, können sich die Module bei starker Sonneneinstrahlung stärker aufheizen. Das sorgt nicht nur für einen schnelleren Verschleiß, sondern kann sich auch leistungsmindernd auf die gesamte Anlage auswirken. Es gibt allerdings mehrere Möglichkeiten, um dem entgegenzuwirken – etwa den Einbau von Lüftungsmöglichkeiten. „Messungen haben gezeigt, dass dachintegrierte Anlagen mit sorgfältig ausgeführter Hinterlüftung fast die gleichen Erträge wie bei Aufdachmontage erreichen“, heißt es dazu im Buch „Photovoltaik“ der Stiftung Warentest.

Photovoltaikanlage: Aufdach oder Indachmontage
Photovoltaikanlage: Aufdach- oder Indachmontage

Solardachziegel

Einen Sonderfall der Indachmontage stellen Solardachziegel dar. Auch sie integrieren sich optisch in das Gesamterscheinungsbild des Daches, bilden aber keine großflächigen Solarmodule. Stattdessen werden einzelne Solardachziegel anstelle der herkömmlichen Dachziegel verwendet. Das schafft zwar einerseits mehr Flexibilität: bei der Größenbemessung der Anlage, bei der optischen Gestaltung und auch im Falle einer nötigen Reparatur, da „nur“ ein defekter Ziegel ausgetauscht werden muss. Andererseits erhöhen sich durch die Kleinteiligkeit auch die Einfallstore für mögliche Störungen. Dem steht keinerlei Leistungsgewinn gegenüber den anderen Formen der Installation gegenüber, für den man die höhere Störanfälligkeit in Kauf nehmen sollte. Im Gegenteil, in der Regel fällt die Leistung der Ziegel gegenüber Modul-Anlagen deutlich ab. Wie bei der Indachmontage lohnt sich die Investition in der Regel ohnehin nur, wenn das Dach sowieso generalüberholt werden muss oder ein Neubau mit Photovoltaik ausgestattet werden soll.

Auch ehemalige Hersteller äußern sich mittlerweile kritisch. So hatte Solarwatt nach eigenen Angaben zwar bereits 1999 Solardachziegel im Programm, später wurde die Produktion jedoch eingestellt. Einer der Gründe war, dass die einzelnen Ziegel Stück für Stück elektrisch miteinander verbunden werden müssen: „Das ist extrem zeitaufwendig und damit kostenintensiv.“ Private Investoren würden die Ziegel daher nur im Ausnahmefall, etwa bei denkmalgeschützten Häusern, einsetzen. Insofern dürften sie ein Nischenprodukt bleiben, das aber in Einzelfällen eine passende Lösung sein kann.

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