Mini-Solaranlagen: Häufige Fragen

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Mini-Solaranlagen: Fragen und Antworten zu den kleinen PV-Module

Grünen Strom für den Selbstverbrauch auf dem Balkon produzieren: Angesichts hoher Strompreise ein reizvoller Gedanke. Zirka 40.000 Mini-Solaranlagen stehen in Deutschland mittlerweile auf Dächern, Terrassen und in Gärten. Lange schwebten ihre Besitzer rechtlich in einer Grauzone, seit 2018 ist ihre Nutzung jedoch gesetzlich geregelt. So einfach die Montage und die Inbetriebnahme auch sind, sollten Sie einige Punkte beachten, wenn Sie sich für eine Mini-Photovoltaikanlage entscheiden. Lesen Sie folgend die häufigsten Fragen zum Thema.

Mini-Solaranlage © Otmar Smit, fotolia.com
Mini-Solaranlage © Otmar Smit, fotolia.com

Wie ist eine Mini-Solaranlage genau definiert?

Als Mini-Solaranlagen werden Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von unter einem Kilowatt Peak (kWP) bezeichnet. Alternative Bezeichnungen sind „steckerfertige PV-Anlagen“ ,„Plug-and-Play Solaranlagen“, „Guerilla PV-Anlagen“ und „Balkon-Solarmodule“. Die meisten Mini-PV-Anlagen besitzen eine Leistung von 150 bis 600 Watt Peak (WP). Die Einheit Watt Peak bezieht sich auf die maximal mögliche Leistung unter Testbedingungen. Eine Mini-Solaranlage mit 200 Watt Peak liefert also eine Nennleistung von 200 Watt.

Mit Mini-Solaranlagen können Sie auch ohne eigenes Dach Strom erzeugen
Mit Mini-Solaranlagen können Sie auch ohne eigenes Dach Strom erzeugen

Was ist der Unterschied zwischen einer herkömmlichen und einer Mini-Solaranlage?

Der Hauptunterschied zwischen den größeren PV-Anlagen und den Mini-Solaranlagen betrifft die Einspeisung. Während erstere an einer Unterverteilung fest verdrahtet werden, dürfen letztere mittels eines Steckers ohne Weiteres mit dem Hausnetz verbunden werden. Der Wechselrichter wird dafür gleich hinter der Anlage geschaltet. Während die Besitzer von Dachsolaranlagen einen Großteil des erzeugten Stroms ins öffentliche Netz einspeisen und an den Netzbetreiber verkaufen, sind die kleinen Module auf den Eigenverbrauch ausgelegt.

Die Mini-Solarmodule sind außerdem kleiner und leichter als herkömmliche Photovoltaikanlagen. Die Breite und die Länge betragen üblicherweise maximal zwei Meter und sie wiegen in der Regel weniger als 10 Kilogramm pro Modul. Somit eignen sie sich auch für Stadtwohnungen, kleine Gärten und überall, wo der Platz begrenzt ist.

Physikalisch gesehen funktionieren die kleinen Kraftwerke für den Balkon genauso wie große Anlagen: Die Solarzellen erzeugen durch die Sonneneinstrahlung Gleichstrom. Ein Wechselrichter wandelt ihn in einen Wechselstrom um, der in das Stromnetz fließt.

Der Aufbau einer Mini-Solaranlage
Der Aufbau einer Mini-Solaranlage

Ist es legal, eine solche steckerfertige PV-Anlage zu nutzen?

Ja. Die DIN-Vornormen VDE 0100-551 und VDE 0100-551-1 aus dem Jahr 2018 regeln die Installation und den Betrieb von sogenannten Niederspannungsanlagen, zu denen Mini-PV-Anlagen gehören. Sie besagen, dass die Nutzung einer solchen Anlage parallel zur öffentlichen Stromversorgung zulässig ist, wenn alle Vorschriften zur Installation beachtet werden.

Kann ich die Leistung meiner Mini-Solaranlage messen?

Ja. Einige Mini-Solaranlagen sind mit einer Messeinrichtung ausgestattet oder lassen sich mit dem PC verbinden. Sie können also die Leistungskurve der Anlage beobachten und sehen, wie viel Strom Sie an einem Tag erzeugt haben. Bei manchen Herstellern können Sie einen Digitalzähler zur Anlage kaufen.

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Worauf soll ich achten, wenn ich eine Mini-Solaranlage kaufe?

Der wichtigste Punkt beim Kauf einer Mini-Solaranlage betrifft die Sicherheit. Die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) legt die Sicherheitsstandards für steckbare Stromerzeugungsgeräte fest. Folgende Kriterien zeichnen eine sichere Anlage aus:

  • Der Modul-Wechselrichter verfügt über einen Netz- und Anlageschutz (NA-Schutz), der bei fehlerhaften Zuständen die Anlage vom Stromkreis trennt.
  • Die maximale Stromstärke ist in Ampere angegeben.
  • Die Anlage besitzt das DGS-Siegel. Das zertifiziert, dass sie den DGS-Sicherheitsstandard 0001 erfüllt.

Muss ich die Mini-Solaranlage beim Netzbetreiber melden?

Ja. Auch Plug-and-Play Solarmodule sind nach der Niederspannungsanschlussverordnung sowohl bei der Bundesnetzagentur als auch beim Netzbetreiber anmeldepflichtig. Der Netzbetreiber darf Ihnen jedoch die Nutzung nicht verbieten.

Muss ich meinen Vermieter vor der Installation eines Mini-Solaranlage informieren?

Wenn Sie ein Mini-PV-Modul am Balkongeländer befestigen, benötigen Sie keine Zustimmung des Vermieters, wenn im Mietvertrag das Anbringen von Gegenständen an der Stelle nicht explizit ausgeschlossen ist. Wird die Mini-Solaranlage dagegen an die Fassade angeschraubt, sollten Sie sich vor der Montage seine Genehmigung einholen. Er darf Ihnen eine Absage erteilen, wenn er Schäden an der Bausubstanz befürchtet. Ähnlich müssen Sie auch als Besitzer einer Eigentumswohnung in diesem Fall die Eigentümergemeinschaft um Erlaubnis bitten. Sie darf zum Beispiel aus ästhetischen Gründen Ihr Vorhaben ablehnen.

Eine Mini Solaranlage ist schnell installiert
Eine Mini Solaranlage ist schnell installiert

Welche Geräte brauche ich zusätzlich, um die Mini-PV-Anlage zu betreiben?

Wenn in Ihrer Wohnung nur ein herkömmlicher Zähler ohne Rücklaufsperre installiert ist, müssen Sie dafür sorgen, dass er gegen einen Zähler mit Rücklaufsperre oder einen Zweirichtungszähler ausgetauscht wird. Es kommt nämlich vor allem im Sommer vor, dass Sie den von Ihrer Mini-Solaranlage erzeugten Strom nicht komplett nutzen können. Sind nicht genug Verbraucher eingeschaltet, fließt der überschüssige Strom ins öffentliche Netz. Ein normaler Zähler dreht sich in dem Fall rückwärts. Das ist in Deutschland jedoch rechtlich problematisch. Das würde nämlich bedeuten, dass Sie den verbrauchten Strom zu einem deutlichen höheren Preis als dem in der EEG-Einspeisevergütung festgelegten (30 Cent vs. 11 Cent) erstattet bekommen. Erfährt der Netzbetreiber davon, droht Ihnen eine Anzeige wegen Betrug. Ein Zweirichtungszähler ist dagegen dafür ausgelegt, den aus dem Netz bezogenen und den eingespeisten Strom separat zu erfassen.

Darf ich die Mini-Solaranlage einfach in die normale Steckdose stecken?

Nein. In vielen europäischen Ländern ist es gestattet, die Plug-and-Play Solarmodule in eine haushaltsübliche Steckdose zu stecken, solange die Leistung 600 WP nicht überschreitet. In Deutschland benötigen Sie jedoch eine spezielle Einspeisesteckdose nach DIN VDE 0628-1. Die DGS setzt sich dafür ein, die Vorschriften zu vereinfachen und den Betrieb via Schuko-Stecker zu ermöglichen. Aktuell ist die Einspeisung über eine normale Steckdose jedoch offiziell nicht erlaubt.

Darf ich meine neue Mini-PV-Anlage selbst zusammenbauen und in Betrieb nehmen?

Nein. Der Anschluss an den Stromkreis des Hauses muss von einem ausgebildeten Elektriker vorgenommen werden, der im Installateurverzeichnis eingetragen ist. Er kontrolliert unter anderem, ob der Stromkreis die Stromlast aushält und tauscht bei Bedarf die Sicherung aus. Falls nicht vorhanden, installiert er außerdem eine spezielle Energiesteckvorrichtung (Einspeisesteckdose), an die das Solarmodul angeschlossen wird.

Sind Mini-PV-Anlagen auch sicher?

Ja. Eine Untersuchung der DGS und des Photovoltaik-Instituts Berlin aus dem Jahr 2017 kommt zu dem Ergebnis, dass für normenkonforme Balkonmodule mit einer Gesamtleistung bis zu 600 WP die Brandwahrscheinlichkeit selbst im ungünstigsten Fall praktisch bei Null liegt. Die Voraussetzungen für einen sicheren Betrieb bleiben ein fehlerfreier Stromkreis und die Installation durch eine professionelle Fachkraft. Auch eine zufällige Berührung mit dem Stecker ist ungefährlich, da zertifizierte Mini-Solaranlagen über einen NA-Schutz verfügen, der bei fehlendem Kontakt zum Netz nach 0,2 Sekunden den Stromfluss unterbricht.

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Wie lange funktioniert eine Mini-Solaranlage?

Bei den meisten Mini-Solaranlagen auf dem Markt geben die Hersteller 25 bis 30 Jahre als Lebensdauer an. Als Käufer sollten Sie auf die Produkt- und Leistungsgarantie achten, bevor Sie sich für ein Modul entscheiden. Üblich sind mindestens 10 Jahre Produktgarantie und 20 bis 25 Jahre Leistungsgarantie.

Darf ich mit einer Balkonsolaranlage auch Strom ins öffentliche Netz einspeisen und Geld verdienen?

Theoretisch ist es möglich, auch als als Besitzer einer Mini-Solaranlage von der EEG-Vergütung zu profitieren. Allerdings ist die eingespeiste Strommenge in der Regel so gering, dass sich die mit der Anmeldung verbundenen Formalitäten kaum lohnen.

Die Mini-Solaranlage hilft Stromkosten zu sparen und ist gut für die Umwelt
Die Mini-Solaranlage hilft Stromkosten zu sparen und ist gut für die Umwelt

Mit welchem Ertrag kann ich bei einer Mini-Solaranlage rechnen?

Grob geschätzt liefert eine Mini-PV-Anlage jährlich 0,7 bis 1 kWh pro WP. Eine mit 300 WP erzeugt also durchschnittlich 200 bis 300 kWh pro Jahr. Der tatsächliche Ertrag ist jedoch von vielen Faktoren abhängig, darunter:

  • Die Ausrichtung – eine Südausrichtung bringt im Schnitt 30 mehr als eine Ost- oder Westausrichtung.
  • Die geographische Lage – die sonnenreichsten Regionen befinden sich in Deutschland im Südwesten, sowie im Nordosten.
  • Vorhandene Störfaktoren wie Überdachungen und Bäume, die den Ertrag reduzieren.

Wie lange dauert es, bis die Mini-Solaranlage sich rentiert?

Viele Hersteller geben an, dass die Anschaffungskosten einer Mini-PV-Anlage sich nach acht bis zehn Jahren amortisiert haben. Neben den bereits erwähnten Faktoren wie geographischer Lage und Ausrichtung, die den Ertrag beeinflussen, sollten Sie bei Ihrer Rechnung auch die Nebenkosten berücksichtigen. Müssen Sie beispielsweise das Modul oder den Wechselrichter nach 11 Jahren reparieren lassen, und ist die Garantie bereits abgelaufen, kommen weitere Kosten hinzu, die die Amortisationszeit verlängern.

Kaufen Sie einen Batteriespeicher dazu, können Sie den produzierten Strom effizienter nutzen, müssen jedoch den Kaufpreis des Speichers zu den Gesamtkosten für die Mini-Solaranlage addieren. Indem Sie vor dem Kauf die Ausgaben den voraussichtlichen Einnahmen gegenüberstellen, erhalten Sie eine fundierte Schätzung darüber, ob eine Mini-Solaranlage sich für Sie lohnt. Nützliche Daten über den Ertrag von Photovoltaikanlagen abhängig vom Standort erhalten Sie in der Internationalen Datenbank der Photovoltaik.

Lohnt es sich, zusätzlich zur Mini-Solaranlage auch einen Energiespeicher zu kaufen?

Ja, in vielen Fällen ist die Anschaffung einer Batterie zusätzlich zur Mini-Solaranlage empfehlenswert. Eine Mini-PV-Anlage hat seinen Leistungspeak nämlich um die Mittagszeit, dagegen verbrauchen die meisten Haushalte vor allem abends Strom. Darüber hinaus produziert sie bei bewölktem Himmel oder Nebel, sowie im Winter weniger Energie. Ein Solarspeicher mit einer Kapazität von 10 kWh deckt beispielsweise den Tagesbedarf eines durchschnittlichen Dreipersonenhaushalts. Preislich sollten Sie mit Kosten ab 500 Euro für jeden kWh an Speicherkapazität rechnen.

Kann ich mit einer Mini-Solaranlage autark leben?

Nein. Eine Mini-PV-Anlage erzeugt nicht genug Strom, um die Energienachfrage eines Haushalts zu decken. Das Hauptproblem ist, dass die Produktion zwischen Sommer und Winter stark schwankt. An einem sonnigen Sommertag reicht möglicherweise die erzeugte Energie in Kombination mit einem Solarspeicher aus, um alle Geräte zu betreiben, zumal der Verbrauch meist geringer als im Jahresdurchschnitt ist. Spätestens im Herbst müssen Sie jedoch zusätzlich Strom vom Netz beziehen, da sowohl die Intensität als auch die Dauer der Sonnenstrahlung abnehmen.

Photovoltaik Komplettsets sind praktisch und leicht zu installieren
Photovoltaik Komplettsets für Mini-Solaranlagen sind praktisch und leicht zu installieren

Für Camper oder Besitzer eines Wohnmobils ist es jedoch möglich, mit einer Mini-PV-Anlage während des Sommerurlaubs autark zu sein. Der erzeugte Strom zusammen mit einem ausreichend großen Speicher reicht für den Betrieb kleiner Elektrogeräte und für die abendliche Beleuchtung aus.

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