Photovoltaik-Anlage selbst montieren?

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Photovoltaik-Anlage selbst montieren? – Oder besser doch nicht?

Vieles spricht dagegen, die Montage der Photovoltaik-Anlage selbst in die Hand zu nehmen. Lassen Sie uns das Thema dennoch beleuchten: Rechnet sich die Einsparung? Welche Gefahren und Sicherheitsrisiken lauern? Gibt es mögliche „Nachwirkungen“, das heißt Mehrkosten durch nicht sachgemäße Installation?

Montage einer Solaranlage auf einem Hausdach © Marina Lohrbach, stock.adobe.com
Montage einer Solaranlage auf einem Hausdach © Marina Lohrbach, stock.adobe.com

Kosten einer Photovoltaik-Anlage – mit und ohne Montage

Im Fokus steht hier die Installation einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach eines Ein- oder auch Mehrfamilienhauses. Klären wir erst einmal die Kostenfrage. Bestimmt haben Sie sich bereits kundig gemacht, wie groß Ihre Anlage sein soll, um Ihren Haushalt ausreichend mit Energie zu versorgen. Bekanntlich wird die Leistung einer Photovoltaik-Anlage in Kilowattpeak (kWp) gemessen. Hier eine Auswahl an Anlagengrößen und deren mittlere Preise:

Leistung PV-
Anlage
4 kWp 8 kWp 10 kWp 16 kWp
Bruttopreis 2019
in kWp
1.900 € 1.630 € 1.550 € 1.360 €
Bruttopreis
Anlage
7.600 € 13.040 € 15.500 € 21.760 €

Die Preise beinhalten bereits die Montage. Bestimmt ist Ihnen aufgefallen, dass die Kosten mit Größe der Anlage abnehmen. Das liegt daran, dass die Montage immer weniger ins Gewicht fällt, je größer die Photovoltaik-Anlage ist.

Allgemein spricht man, was die Kosten für die Montage betrifft, von etwa 15 bis 20 Prozent. Eine ungefähre Rechnung, basierend auf den Angaben in der obigen Tabelle, ergibt für eine Photovoltaik-Anlage von 4 kWp für die Montage ca. 1.200 Euro, bei 10 kWp ca. 2.300 Euro. Alles natürlich nur grob gerechnet.

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Den Plan für die Selbstmontage drehen und wenden

Was an Kosten dazukommt: Einen Elektroinstallateur müssen Sie auf jeden Fall hinzuziehen, das ist gesetzlich vorgeschrieben, zumindest für den Anschluss an die Hauseinspeisung und das Stromnetz. Ist aber auch für die komplette Elektroinstallation dringend angeraten.

Was gibt es bei der Planung weiterhin zu bedenken? – Die Versicherung: In der Regel ist die Photovoltaik-Anlage in Ihre Wohngebäudeversicherung eingeschlossen; so sind Gefahren wie Sturm, Hagel, Blitz und Feuer abgesichert. Allerdings kann der Versicherungsschutz bei Eigenmontage eingeschränkt sein. Das müssen Sie überprüfen. Für Schäden, die während der Montage an Anlage und Gebäude entstehen können, kann man eine temporäre Montageversicherung abschließen.

Außerdem: Lesen Sie sich genau durch, in welchen Fällen die Garantie auf Ihre Photovoltaik-Anlage ausgesetzt wird.

Nun gilt es, die Gegebenheiten zu klären. Immer mit den Widrigkeiten und vor allem auch Sicherheitsrisiken im Blick. Bestimmt haben Sie bereits geprüft, ob das Dach Ihres Hauses geeignet ist: Gibt es Verschattungen, etwa von Bäumen oder vom Nachbarhaus? Falls es sich um ein Schrägdach handelt, sollte die Neigung bei 20° bis 60° liegen. Sie haben weiterhin sichergestellt, dass das Dach in einem guten Zustand ist, das heißt in den nächsten 20 bis 25 Jahren muss es nicht erneuert werden. Einzubeziehen sind auch Faktoren wie Wind, Schnee, Regen. Und zwar als die Umwelteinflüsse, denen die Geräte ausgesetzt sind.

Photovoltaik-Anlage bei Schrägdach

Eine Aufdachanlage ist die häufigste Art der Installation: Die Solarmodule werden auf das vorhandene Dach montiert. Anders bei Indachanlagen. Hier sind die Solarmodule selbst die Dachbedeckung, überlegenswert bei Neubau; sie werden aber hier nicht betrachtet. In der Regel wird das Montagesystem komplett und aufeinander abgestimmt angeschafft.

Achten Sie unbedingt auf das passende Montagesystem! Denn das entscheidet über die Stabilität von Photovoltaik-Anlage und Dachkonstruktion.

Solarschienen auf den Dachhaken befestigt © mmphoto, stock.adobe.com
Solarschienen auf den Dachhaken befestigt © mmphoto, stock.adobe.com

Das mechanische Montagesystem für die Aufdachanlage setzt sich zusammen aus:

  • Dachhaken
  • Solarschienen
  • Solarmodule
  • Modulklemmen
Solarthermie Montage: Lassen Sie lieber einen Profi ran
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Wichtig: Wenn Sie auf dem Schrägdach arbeiten, sollten Sie dringend eine Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSA) anlegen.

Die Dachhaken – aus Edelstahl – werden auf die Dachsparren, also die Dachkonstruktion (siehe Zeichnung oben), geschraubt, und zwar durch die Ziegel/Pfannen hindurch. Art und Anzahl ist abhängig vom Gewicht der Module und Umweltbelastungen durch Wind oder Schnee. Beispielsweise kann sich ein Dachhaken bei Schneelast verbiegen. Hier dringend auf Belastbarkeit und Anzahl achten! Die Dachhaken sollten höhenverstellbar sein, um Unebenheiten auszugleichen, auch um den nötigen Abstand zwischen Solarmodulen und Dach zu sichern.

Aufdach Montage: Die Dachhaken tragen die Konstruktion
Aufdach Montage: Die Dachhaken tragen die Konstruktion

Meist ist es nicht zu vermeiden, dass bei Befestigung der Dachhaken Stücke aus Ziegel/Pfanne abgesägt (-geflext) werden müssen. So wenig wie möglich entfernen, damit das Dach dicht bleibt! Zudem werden auch Systeme angeboten, bei denen die betreffenden Ziegel/Pfannen durch Blechziegel oder Metalldachplatten ersetzt werden.

Auf den Dachhaken werden nun die Solarschienen befestigt. Sie bestehen aus Aluminium, sind also leicht, um das Dach wenig zu belasten. Parallele und kreuzweise Verlegung ist möglich. Dabei ist parallel die häufigste Art. Bei Kreuzschienen ist der Abstand zum Dach größer. Das bedeutet eine bessere Hinterlüftung der Solarmodule. Auf der anderen Seite kann der sogenannte Kamineffekt unterbrochen sein.

Photovoltaikanlage: Parallel- und Kreuzschienenmontage
Photovoltaikanlage: Parallel- und Kreuzschienenmontage
Hinterlüftung: Der Abstand zwischen Ziegeln/Pfannen und den Solarmodulen darf nicht zu gering sein, nicht weniger als 10 cm. Nur so werden die Solarmodule belüftet und nicht zu warm, etwa in einem heißen Sommer. Ansonsten produzieren sie weniger Strom (siehe Temperaturkoeffizient). Ebenso darf die unterste Modulreihe nicht verdeckt sein, damit Luft nach oben strömen kann; dabei handelt es sich um den Kamineffekt.

Will man die Qualität der Solarmodule beurteilen, ist der Temperaturkoeffizient eine wichtige Größe. Zu finden in den Datenblättern der Photovoltaik-Anlage. Der Wert gibt an, wie stark die Leistung eines Moduls sich verringert, wenn die Umgebungstemperatur um 1 Grad Kelvin/1 Grad Celsius erhöht wird. Man muss darauf achten, dass der Temperaturkoeffizient möglichst niedrig ist.

Bevor nun die Solarmodule an den Solarschienen befestigt werden, müssen die Solarkabel von der Unterseite über Solarstecker miteinander verbunden werden. Dann werden sie mit Kabelbinder befestigt. Erst danach werden die Solarmodule mithilfe von Modulklemmen/Modulendklemmen befestigt oder – eine Variante – in die Schienen eingelegt. Wobei: Die Solarmodule müssen natürlich noch auf das Dach gehievt werden – was eine Hebebühne erforderlich machen kann.

Kabelverlegung und Anschlüsse – dem Elektroinstallateur überlassen

Die Solarkabel führen durch Leerkanäle oder -rohre zum Wechselrichter und von dort aus als Wechselstrom zum Zählerkasten. Der Wechselrichter kann nah am Zählerkasten, meist im Keller, stehen, aber auch in der Garage oder auf dem Dachboden.

Achtung: Die Kabelverlegung birgt sehr viele Gefahren, bis hin zu tödlichen Verletzungen und schweren Schäden an der Photovoltaik-Anlage sowie an Dach und Haus. Denn Solarmodule führen bereits bei schwachem Lichteinfall elektrische Spannung, Kabel dürfen nicht geknickt oder gequetscht werden, nicht auf dem Dach aufliegen … Eine komplette Photovoltaik-Anlage weist Gleichstromspannungen zwischen 400 und 1.000 Volt auf, bei Fehlern können durch Entladung Lichtbögen entstehen, die Brände verursachen. Also Hände weg von der elektrischen Montage!

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Photovoltaik-Anlage bei Flachdach

Aufständern einer Photovoltaik-Anlage © Marina Lohrbach, stock.adobe.com
Aufständern einer Photovoltaik-Anlage © Marina Lohrbach, stock.adobe.com

Alles, was bereits über Sicherheit und Gefahren bei der Elektroinstallation gesagt wurde, gilt natürlich auch für das Flachdach. Die Unterschiede liegen erst mal auf der Hand. Es ergeben sich aber auch zusätzliche Risiken. Da es bei einem Flachdach keine „natürliche Neigung“ gibt, wird mit Ständern gearbeitet. Der Vorteil: Neigung und Ausrichtung kann man selbst sehr gut bestimmen.

Nachführung: Geeignet für Flachdächer ist ein Nachführungssystem, mit dem man den Sonnenertrag erhöhen kann. Ein kleiner Elektromotor verstellt den Winkel des Trägers, auf dem die Solarmodule montiert sind. Sie werden damit beweglich und folgen dem jeweiligen Sonnenstand. Angepasst werden können die Solarmodule in einer oder zwei Richtungen:

  • Einachsig: Entweder wird der Winkel der Sonneneinstrahlung angepasst oder die Neigung von Ost nach West der Solarmodule. Zugewinn: ca. 20 Prozent.
  • Zweiachsig: Hier werden beide Parameter beeinflusst. Zugewinn ca. 30 Prozent.
Nachführungssysteme für Flachdach-PV-Anlagen
Nachführungssysteme für Flachdach-PV-Anlagen

Der mechanische und elektrische Aufwand ist sehr hoch, daher muss gut überlegt werden, ob sich die Ausbeute lohnt.

Die Aufständerung, also das Anbringen der Ständer, hängt vom Belag des Daches ab. Entweder werden die Ständer – etwa bei Metall – mit Schrauben befestigt, was die Dichtheit des Daches gefährden kann. Eine andere Möglichkeit ist die Verwendung von Gewichten.

Wichtig: Da die Angriffsfläche auf dem Flachdach sehr groß ist, muss die Photovoltaik-Anlage stabil und sturmsicher aufgebaut sein. Demgegenüber muss bei allem darauf geachtet werden, dass das Dach nicht übermäßig belastet wird, da sonst die Dachstatik nicht mehr stimmt!

Bei allem, was wir besprochen haben, bleibt doch das Resümee, lieber den Fachbetrieb zu beauftragen. Auch wenn Sie selbst einiges selbst in die Hand nehmen könnten. Denken Sie daran: Der kleinste Fehler kann Garantie und Gewährleistung gefährden. Sie selbst, die Anlage, Ihr ganzes Haus können zu Schaden kommen. Zudem soll Ihre Photovoltaik-Anlage lange Zeit einwandfrei funktionieren. Wir haben Ihnen aber trotzdem einen Tipp wie Sie Kosten sparen können: Nutzen Sie unseren Angebotsservice und vergleichen Sie die Angebote der Solar-Fachbetriebe.

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