Brandgefahr

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Brandgefahr durch Solaranlagen?

Solaranlagen und Brandgefahr
Solaranlagen und Brandgefahr © Matze, stock.adobe.com
Ein Thema, das immer wieder – und teils sehr widersprüchlich – diskutiert wird, ist die Brandgefahr durch Photovoltaikanlagen. An dieser Stelle kann grundsätzlich festgestellt werde, dass Solarstromanlagen die Brandgefahr in einem Gebäude nicht zusätzlich erhöhen. Wie aber ist das Verhalten der Feuerwehr im Falle eines Brandes. Dabei geht es nicht nur darum, dass die Photovoltaikanlage selbst zerstört wird. Vielmehr ist die große Frage, kann die Feuerwehr ein Haus löschen, auf dessen Dach oder an dessen Fassade eine Photovoltaikanlage installiert ist?

Gefährliche Elektrizität bei einem Brand mit vorhandener Photovoltaikanlage

Immer wieder kann man Schreckensmeldungen lesen, dass die Feuerwehr ein Haus, auf dem eine Photovoltaikanlage montiert ist, kontrolliert abbrennen lässt. Die Gefahr für die Feuerwehrleute selbst sei zu groß, als dass sie löschen könnte. Es ist tatsächlich so, dass Feuerwehrleute beim Löschen eines Hauses, auf dem eine Photovoltaikanlage installiert ist, einer ganzen Reihe von Gefahren – über die üblichen Berufsrisiken hinaus – ausgesetzt sind.

Diese Gefahren ergeben sich vor allem durch die Strom führenden Teile der Photovoltaikanlage. In den meisten Fällen lässt sich eine Photovoltaikanlage nämlich nicht komplett spannungsfrei schalten. Selbst wenn die Wechselstromseite durch einen entsprechenden Schalter im Wechselrichter spannungsfrei ist, so gilt dies nicht für die Gleichstromseite. Von den Modulen bis zu einem Freischalter bleibt die Spannung bestehen. Aber gerade bei Gleichstrom ist bereits eine Spannung von 120 V für Menschen tödlich.

Eine weitere Gefahr ergibt sich für die Feuerwehrleute, wenn Stecker oder Anlagenteile unsachgemäß getrennt werden. Dann können Lichtbögen entstehen, von denen eine große Gefahr für Leib und Leben der Feuerwehr ausgeht.

Löschen Feuerwehrleute ein Haus und betreten dieses, kann sich in bestimmten Räumen Löschwasser ansammeln. Befinden sich dort gleichzeitig Strom führende Bauteile der Photovoltaikanlage, so besteht eine große Gefahr durch Stromschlag. Das Löschwasser selbst kann aber auch unter Strom stehen, auch, wenn es außen am Haus entlang läuft und die Feuerwehr gefährden.

Achtung: Auch das Löschwasser kann unter Strom stehen
Achtung: Auch das Löschwasser kann unter Strom stehen

Natürlich werden durch die genannten Gefahren nicht nur Feuerwehrleute, sondern auch andere Menschen, Bewohner, Rettungskräfte und andere gefährdet.

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Andere Gefahren beim Brand

Zu den Gefahren durch Elektrizität gesellen sich weitere Punkte, die bei einem Brand mit Beteiligung von Photovoltaikanlagen das Löschen zumindest komplizierter und aufwendiger machen.

Solarmodule und Kabel enthalten Werkstoffe, die bei einem Brand Giftstoffe freisetzen können. Das können nicht nur die Kabelmäntel sein, sondern auch andere Kunststoffe oder toxische Stoffe, die bei der Fertigung der Solarmodule verwendet werden. Diese können sowohl Menschen als auch die Umwelt vor Ort gefährden.

Eine besonders große Gefahrenquelle stellt der sogenannte Kamineffekt bei Photovoltaikanlagen dar. Sie sind ja im Allgemeinen in einem Abstand von rund 10 cm vom Dach entfernt montiert. Bei einem Brand kann der hier entstehende Luftzug das Feuer stark anfachen, sodass sich das Feuer schneller ausbreitet.

Genauso gefährlich ist es, dass ein Brand, der gerade erst entsteht, übersehen wird, weil das Dach ja zu großen Teilen von der Photovoltaikanlage abgedeckt ist.

Eine weitere Besonderheit, mit der sich die Feuerwehr im Brandfall konfrontiert sieht, ist das andere Einsturzverhalten. Dächer, auf denen eine Photovoltaikanlage montiert ist, stürzen eher nach innen ein. Dadurch sind von innen löschende Einsatzkräfte stärker gefährdet.

PV-Anlage: Besondere Maßnahmen für den Brandfall
PV-Anlage: Besondere Maßnahmen für den Brandfall

Schutzmaßnahmen, die von der Feuerwehr angeraten werden

  • Feuerwehrschalter
    Feuerwehrschalter Solaranlage
    Feuerwehrschalter © Eaton Industries

    Als beste Schutzmaßnahme wird von der Feuerwehr ein sogenannter Feuerwehrschalter empfohlen. Der bietet die Möglichkeit, eine Photovoltaikanlage spannungsfrei zu schalten. Leider ist ein Feuerwehrschalter nicht vorgeschrieben. Jeder Eigentümer sollte aber auch in eigenem Interesse handeln, schließlich ist es das eigene Haus, das im Zweifelsfall nicht gelöscht werden kann.

  • Hinweisschild
    Helfen kann es auch schon, wenn ein Hinweisschild am Haus angebracht ist, das auf die vorhandene Photovoltaikanlage aufmerksam macht. Nach Umfragen wird im Einsatz nicht immer das Haus vor dem Löschen von allen Seiten betrachtet. Manche Anlagen sind zudem – gerade im Dunkeln – schlecht zu erkennen.
  • Übersichtsplan
    Da den Feuerwehren häufig gar nicht bekannt ist, dass auf dem Haus eine Photovoltaikanlage montiert wurde, müssen sie spätestens bei der Brandmeldung darüber informiert werden. Darüber hinaus empfehlen die Feuerwehren Anlagenbetreibern, sogenannte Übersichtspläne zu erstellen und so aufzubewahren, dass sie von außen gut zugänglich sind und im Brandfall an die Feuerwehr übergeben werden können. Der Plan enthält alle Informationen, die eine Orientierung und adäquate Reaktion der Feuerwehr ermöglichen.
  • Atemschutz
    Der Feuerwehr wird auch empfohlen, bei unbekannter Brandschutzklasse Atemschutzmasken zu tragen. Damit können sie sich vor toxischen Stoffen schützen, die bei einem Brand freigesetzt werden. Auch das Abschalten von Lüftungsanlagen ist eine Vorsorgemaßnahme. Dies sorgt auch dafür, dass der Brand sich nicht so leicht ausbreitet.

    Durch weitläufiges Absperren müssen bei einem Brand Menschen vor Glassplitter durch platzende Solarmodule geschützt werden.

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