Eigenverbrauchsvergütung

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Eigenverbrauchsvergütung für Photovoltaikanlagen

Eigenverbrauchsvergütung
Photovoltaik Vergütung © Johanness Preter,fotolia.de

Die Eigenverbrauchsvergütung wurde erst im Jahr 2009 eingeführt. Damals wurde festgelegt, dass nicht der gesamte Strom aus der Photovoltaikanlage ins öffentliche Netz eingespeist werden muss. Vielmehr wird auch für Solarstrom, der selbst verbraucht wird, eine Vergütung gezahlt, die jedoch geringer ausfällt als die Einspeisevergütung für ins Netz eingespeisten Strom.

Ziel der Eigenverbrauchsvergütung

Mit diesem Instrument sollte nicht nur die dezentrale Stromversorgung gefördert werden, sondern auch Kosten eingespart werden. Die Eigenverbrauchsvergütung hatte also einen doppelten Effekt: Kosteneinsparung beim Netzausbau und Kosteneinsparung bei der Vergütung für Solarstrom.

Für den Betreiber der Photovoltaikanlage ergab sich aber auch ein Vorteil. Musste er bis dahin den eigenen Strom vom Netzbetreiber zu den üblichen Kosten beziehen, konnte er nun den selbst produzierten Solarstrom nutzen. Hierfür mussten keine Gebühren an den Netzbetreiber gezahlt werden und zusätzlich zu den eingesparten Stromkosten gab es die Eigenverbrauchsvergütung sozusagen oben drauf.

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Höhe der Eigenverbrauchsvergütung

Die sogenannte Eigenverbrauchsvergütung fiel deshalb auch höher aus, wenn der Anteil an selbst verbrauchtem Strom über 30 % betrug. Berechnet wurde die Vergütung für selbst genutzten Solarstrom grundsätzlich auf Basis der Einspeisevergütung. Durch diese Kopplung wurde also auch die Eigenverbrauchsvergütung an die Degression gebunden. Grundsätzlich gilt: Für selbst genutzten Strom wurden entweder 16,38 Cent (bei bis zu 30 %) oder 12 Cent (bei über 30 %) weniger als die aktuelle Einspeisevergütung gezahlt.

Mit anderen Worten: In dem Augenblick, in dem die Stromkosten für vom Netzbetreiber bezogenen Strom über 16,38 Cent beziehungsweise 12 Cent lagen, machte der Anlagenbetreiber mit jeder Kilowattstunde selbst genutztem Solarstrom ein Plus.

Anfang 2012 sah die Eigenverbrauchsvergütung wie folgt aus:

Anlagengröße bis 30 kW   30 kW bis 100 kW  
Anteil an Eigenverbrauch unter 30 % über 30 % unter 30 % über 30 %
Eigenverbrauchsvergütung in Cent 8,05 12,43 6,85 11,23

Änderungen ab 2012/2013

Durch die Einführung des sogenannten Marktintegrationsmodells läuft die Vergütung für selbst verbrauchten Strom aus. Ganz klar heißt es in der Information des Bundesumweltministeriums: Der Eigenverbrauchbonus entfällt. Dies gilt aber nur für neue Anlagen. Für bereits installierte Photovoltaikanlagen gilt die Regelung für die Eigenverbrauchsvergütung bis Ende 2013.

Für neue Photovoltaikanlagen heißt es: Je nach Größe MUSS ein bestimmter Anteil an dem Stromertrag selbst verbraucht oder selbst vermarktet werden. Lediglich für Anlagen bis 10 kW bleibt es bei der kompletten Vergütung des produzierten Stroms. Für Anlagen mit einer Größe zwischen 10 kW und 1.000 kW werden jedoch nur noch 90 % des Stroms vergütet. Für Freiflächenanlagen und Großanlagen mit einer Anlagenleistung von bis zu 10 MW wird weiterhin für den gesamten Strom die Einspeisevergütung bezahlt.

Anlagenbetreiber können den Strom, für den sie keine Vergütung erhalten, dem Netzbetreiber anbieten. Außerdem besteht auch die Möglichkeit, den Strom selbst zu verbrauchen oder selbst zu vermarkten (also z. B. Mietern im eigenen Haus anzubieten).

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