Sonnenfinsternis und Solarstromerzeugung: Netzbetreiber sind vorbereitet

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Solarenergie
Sonne © Jürgen Fälchle, fotolia.com
Bislang fühlten sich nur Weltuntergangstheoretiker von der Sonnenfinsternis bedroht. Schon das letzte Szenario dieser Art über Deutschland im August 1999 wurde mit ähnlich gemischten Gefühlen erwartet. Im Jahr 2015 hat sich einiges geändert. Ganze Berufszweige äußern ihre Befürchtungen, obwohl es „nur“ um eine partielle Sonnenfinsternis und nicht wie 1999 um eine totale Sonnenfinsternis geht. Doch eines unterscheidet das heutige Deutschland vom Deutschland des Jahres 1999. Heute sind auf fast 1,5 Millionen Dächer Fotovoltaikanlagen zur Stromerzeugung montiert.

Droht uns der Stromkoller?

Am 20.03.2015 ist es je nach Wohnort zwischen halb zehn und Mittag soweit. Nach fast 16 Jahren ist in Deutschland zu sehen, wie sich der Mond vor die Sonne schiebt und diese zu einem großen Teil verdunkelt. Ein Naturschauspiel, dass in den nächsten 11 Jahren (partielle Sonnenfinsternis) bzw. 66 Jahre (totale Sonnenfinsternis) kein weiteres Mal über Deutschland zu sehen sein wird. Besonders bei den Netzbetreibern macht sich Sorge breit, denn die Sonne ist längst zu einem wichtigen Standbein in der Stromproduktion geworden. Wird am helligten Tag das Sonnenlicht von jetzt auf gleich für einige Minuten „ausgeknipst“, kann das zu einer gewaltigen Schwankung im Stromnetz führen.

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Netzbetreiber sind vorbereitet

Netzbetreiber in ganz Deutschland arbeiten daran, dass es nicht zum Stromausfall kommt, wenn den Solarmodulen das Licht ausgeknipst wird und das Stromnetz durchgehend auf einer stabilen 50 Hertz Frequenz weiterläuft. Schwankungen bei der Solarstromerzeugung sind auch an normalen Tagen alleine durch die unterschiedliche Bewölkung keine Seltenheit. Da die Solaranlagen über das ganze Bundesgebiet verteilt sind, lassen sich solche Schwankungen zwischen den einzelnen Regionen hierbei gut ausgleichen.

Leistungsschwankungen müssen abgefangen werden

Diese gegenseitige Unterstützung fehlt bei der Sonnenfinsternis jedoch, da sich das Naturereignis gleichzeitig auf ganz Deutschland aus. Doch auch das ist noch kein Grund zur Panik. Das Licht geht auch bei einer Sonnenfinsternis nicht schlagartig aus und wieder an, sodass die solare Stromerzeugung sanft absackt und wieder ansteigt. Außerdem ist ein regionaler Ausgleich der Schwankung zum Teil auch während der Sonnenfinsternis möglich. Die partielle Abdunkelung der Sonne wird im Norden der Republik bei mehr als 80 Prozent liegen, im Süden hingegen „nur“ bei 67,8 Pozent. Dennoch wird die Leistungsschwankung das gewöhnliche Ausmaß deutlich übersteigen. Experten rechnen mit dem 3,5-fachen der üblichen Leistungsänderung, was eine entsprechend höhere Regelleistung zum Beispiel durch Kohle-, Gas oder Wasserkraftwerke auf den Plan ruft. Wie gut die Netzbetreiber tatsächlich vorbereitet sind, wird sich bald zeigen.

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