Voraussetzungen prüfen

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Voraussetzungen für Solarthermie-Anlagen prüfen

Solarthermie Voraussetzungen
Voraussetzungen prüfen © Marina Lohrbach, fotolia.com

Welches System bringt die gewünschte Leistung und eignet sich für die realen Gegebenheiten? Eine Frage, mit der sich alle beschäftigen müssen, die mit der Solarthermie zur Trinkwassererwärmung und/oder Heizungsunterstützung liebäugeln. Die Wirtschaftlichkeit einer solarthermischen Anlage ist von etlichen Faktoren abhängig und die gilt es, schon bei der Planung genau unter die Lupe zu nehmen. Wichtig für einen ertragreichen Betrieb ist dabei die Standortplanung und die damit verbundene Ausrichtung der Kollektoren und die sinnvolle Dimensionierung der Anlage. Nur unter günstigen Verhältnissen kann eine solarthermische Anlage die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen.

Die Gegebenheiten

Die Errichtung einer solarthermischen Anlage ist auf fast jedem Gebäude möglich. Die Montageart und Kollektorbauform lassen dem Anlagenbetreiber einen gewissen Spielraum für die Errichtung der Anlage. Der mögliche Neigungswinkel von 30 bis 70 Grad und die Ausrichtung nach Süden, Südwesten oder Südosten, sowie die häufig relativ kleine Dachfläche, die für den Betrieb einer solarthermische Anlage benötigt wird, tragen ihren Teil zu den vielen Möglichkeiten bei.

Auch Flachdächer bieten, mit entsprechender Aufständerung, Raum für die Platzierung eines Kollektorfeldes. Bei vorhandener Flachdachsituation ist zu prüfen, ob nicht besser Vakuumröhrenkollektoren eingesetzt werden können, deren Vorteil hier die Horizontalmontage ist. Ist eine Dachmontage nicht möglich, bleibt noch immer die Möglichkeit, die Solarkollektoren an der Fassade anzubringen.

Bei allen Montagearten ist vorab zu prüfen, ob die Kollektoren aktuell und auch künftig frei von möglichen Verschattungen, wie Bäumen oder Masten, installiert werden können. Daneben wird die Standortwahl auch dadurch bestimmt, an welcher Stelle des Daches die Dachdurchführung des Solarkreises erfolgen soll. In Bezug auf die Wirtschaftlichkeit bedeutet eine solarthermische Anlage zusätzlich eine Wertsteigerung der Immobilie. Welche finanziellen Einsparung die Anlage bringt, hängt maßgeblich von der Entwicklung der Energiepreise (Gas-, bzw. Ölpreise) ab und ist nur schwer vorauszusagen.

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Die Technik

Neben der Auswahl der geeigneten Komponenten ist sollte auch das passende System gewählt werden. Erfüllt das anvisierte System überhaupt die Voraussetzungen, die gestellt werden? Eine wichtige Größe in diesem Zusammenhang ist der so genannte Systemnutzungsgrad. Er gibt an, wie viel von der auf die Kollektorfläche auftreffenden Sonneneinstrahlung in nutzbare Wärme umgewandelt und dem Speicher zugeführt werden kann. In der Regel liegt dieser Nutzungsgrad zwischen 35 und 45 Prozent. Wie hoch der Systemnutzungsgrad ist, hängt dabei nicht nur von der Qualität und dem Ertrag der Kollektoren ab, sondern auch von der Wärmedämmung der Leitungen und dem Solarspeicher.

Das jährliche Strahlungsangebot der Sonne schwankt zwischen ca. 900 kWh/m² im Norden und ca. 1.200 kWh/m² im Süden Deutschlands. Während z.B. in Schleswig-Holstein pro Quadratmeter Kollektorfläche etwa 350 kWh/m2 als Jahresernte zu erwarten sind, kann in Bayern oder Baden-Württemberg der gleiche Kollektor eine Jahresernte von 450 kWh/m2 erzielen.

Sonnenertrag Deutschland
Globalstrahlung Deutschland, Bildquelle: Deutscher Wetterdienst

Kombinationsmöglichkeiten ins Visier nehmen

Wenn ein Heizkesseltausch vorgesehen ist, sollte geprüft werden, ob neben der solarthermischen Anlage vielleicht eine weitere erneuerbare Energie genutzt werden kann. Bei einem Wechsel von Öl auf Gas bietet sich z.B. der Einsatz einer Holzpellets-Heizung an. Hierdurch kann die solarthermische Anlage den für den Pelletkessel ohnehin notwendigen Pufferspeicher nutzen und insgesamt ein CO2-freies Heizsystem realiseren.

Solarwärme Kombination Pelletheizung
Solarthermie in Kombination mit einer Pelletheizung, © Bild: Wagner Solar

Tipp: Bei der Kombination Solarthermie und Holzpellets-Heizung kommt es schon während der Planungsphase auf ein richtiges Dimensionieren des solaren Speichers an. Nur so ergänzen sich beide Systeme perfekt.

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