Solarthermie Entscheidungskriterien

Weitersagen:

Qualitätskriterien und Entscheidungshilfen für Solarthermie-Anlagen

Solarthermie Entscheidungskriterien
Solarthermie Kriterien © johannesspretert, fotolia.com

Der Solarmarkt bietet eine Fülle an Komponenten und Systemen an und lässt den Otto-Normalverbraucher schnell den Durchblick verlieren. Dabei ist die richtige solarthermische Anlage gar nicht so schwer zu finden. Vorausgesetzt, die Planung stimmt. Was die Qualitätskriterien bei der Planung einer solarthermischen Anlage aussagen und warum auch der Installateur ein Qualitätssiegel besitzen sollte, lesen Sie im Folgenden.

Welcher Solarthermie-Anlagentyp passt zu mir?

Die Entscheidung für einen bestimmten Anlagentyp (Trinkwassererwärmung ohne/mit Heizungsunterstützung) steht und fällt mit den Wünschen und Voraussetzungen. Sind diese stimmig, bleibt nur noch die Qual der Wahl bei den möglichen Herstellern.

Hier ist es erfreulicherweise so, dass die sogenannten „schwarzen Schafe“ vom Markt verschwunden sind und man als Verbraucher im Prinzip „blind in die Schublade greifen“ kann. Es empfiehlt sich allerdings bei einem Kesseltausch die Montage des neuen Heizkessels und der solarthermischen Anlage von ein und demselben Installationsbetrieb durchführen zu lassen.

Tipp: Wichtig ist hierbei die ausreichende Erfahrung der Fachfirma, die man sich durch Referenzen nachweisen lassen kann.
Tipp: Mit dem Solar-Fachbetriebsfinder finden Sie Experten in Ihrer Region. Lassen Sie sich kostenlos bis zu 3 Angebote machen. Jetzt vergleichen und Geld sparen.

Eine zweite Differenzierung bei der Planung muss innerhalb der Kollektorenwahl getroffen werden: Flach- oder Vakuumröhrenkollektor. Während Flachkollektoren günstiger sind als Vakuumröhrenkollektoren, besitzen aufgrund der besseren Wärmedämmung Vakuumröhrenkollektoren weniger Wärmeverluste. Dieser Effizienzvorteil macht sich im Flächenbedarf bemerkbar: für die gleiche Leistung benötigen Flachkollektoren ca. 1/3 mehr Platz.

Der Effizienzvorteil eines Vakuumröhrenkollektors wirkt sich im Sommer bei hoher Einstrahlung weniger aus als bei niedrigen Außentemperaturen und bedecktem Himmel. Im Falle einer Ost-/West-Dach-Situation können Vakuumröhrenkollektoren den Richtungsnachteil teilweise ausgleichen, z.B. durch einen Reflektor oder durch Drehen des Absorbers in Richtung Süden. Auf einem Flachdach bietet der Vakuumröhrenkollektor (durchströmter Typ) zusätzlich den Vorteil, dass er horizontal, d.h. dachparallel aufgelegt werden kann.

Fazit: Welcher Kollektortyp zum Einsatz kommt hängt sehr stark von den jeweiligen Rahmenbedingungen ab.

Ein Höchstmaß an Qualität

Qualitätssiegel für Solarkollektoren sind nichts neues und längst zum Standard geworden, wenn es um Planung und Kauf einer solarthermischen Anlage geht. Das Solar Keymark Zeichen, als Weiterentwicklung der DIN Normen für Kollektoren, sollte ein guter Kollektor dabei schon aufweisen. Ohne Solar Keymark wird er z.B. nicht durch das BAFA gefördert. Mit diesem Qualitätssiegel kann der Kunde sicher sein, dass die Kollektoren mehrere Prüfverfahren durchlaufen haben und von Fachleuten auf Herz und Nieren getestet wurden.

Genauso wichtig wie eine geprüfte Technik ist aber auch die sorgfältige Planung und der fachkundige Einbau einer solarthermischen Anlage. Vielfach wurden die Anlagen in der Vergangenheit von reinen Installations- oder Dachdeckerbetrieben neben dem Kerngeschäft mit übernommen. Durch die wachsende Nachfrage haben sich mit der Zeit jedoch Betriebe herauskristallisiert, die sich auf die Planung und Montage von Solaranlagen spezialisiert und mmittlerweile sehr viel Erfahrungen gesammelt haben.

Darüber hinaus gibt es eine große Auswahl spezieller Solar-Seminare für Fachpersonal, um sich z.B. zum Photovoltaik-/Solaranlagenmonteur qualifizieren zu lassen, entweder beim Hersteller oder produktneutral, z.B. durch die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. (DGS). Fachbetriebe, die mit solchen Zertifizierungen aufwarten und zudem über eine langjährige Erfahrung in der Planung und Montage von solarthermischen Anlagen verfügen, sind ein guter Ansprechpartner, wenn es um die Planung und Durchführung des eigenen Projekts geht. Möchte man vom Produkt bis zur Wartung eine Qualitätssicherung haben, bietet sich das RAL-Gütezeichen Solar an. Mit diesem Gütesiegel werden für die einzelnen Bereiche Produkte, Planung, Montage, Wartung Qualitätsanforderungen definiert.

Tipp: Gerade in jungen und schnell wachsenden Branchen tummeln sich gerne schwarze Schafe. Wer bei der Installation auf Nummer sicher gehen möchte, der sollte auf geprüfte oder langjährig erfahrene Installationsbetriebe setzen.

Artikel teilen: