Solarthermie Planungskriterien

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Wichtige Planungskriterien für eine Solarthermie-Anlage

Solarthermie Planungskriterien
Solarthermie Planung © johannesspretert, fotolia.com

Wer sein Duschwasser künftig kostenlos mit der Kraft der Sonne erwärmen und somit fossile Energieträger einsparen möchte, dem steht zunächst eine gewisse Planung der neuen solarthermischen Anlagen bevor. Zahlreiche Kriterien gilt es vorab zu bedenken, damit die Anlage auch den gewünschten Nutzen bringt.

Zunächst ist zu prüfen, wofür die solarthermische Anlage genutzt werden soll. Soll die Anlage nur das Trinkwasser erwärmen sind schließlich andere Gesichtspunkte zu beachten, als wenn sie auch für die Heizungsunterstützung ausgelegt wird.

Bedarf ermitteln

Eine gut dimensionierte solarthermische Anlage kann den Jahresbedarf an warmem Wasser, etwa für die Dusche, zum Waschen oder Kochen, zu 60 Prozent decken. Dieser solare Deckungsanteil von 60% sorgt dafür, dass der Warmwasserverbrauch während der Sommermonate alleine durch die solarthermische Anlage gedeckt wird. Entscheidend hierfür ist u.a. die korrekte Auslegung, bzw. die bedarfsgerechte Dimensionierung der Anlage.

Die Größe von Kollektorfeld und Solarspeicher richtet sich nach dem tatsächlichen Warmwasserverbrauch. Dieser kann von Haushalt zu Haushalt recht unterschiedlich ausfallen. Bei manchen reichen 20-30 Liter pro Tag und Person, bei anderen sind pro Person und Tag 50-60 Liter nötig, um den Bedarf zu decken. Als gut kalkulierbare Faustformel hat sich pro Person im Haushalt eine Kollektorfläche von 1,5 Quadratmetern bei Flachkollektoren und 1 Quadratmeter bei Röhrenkollektoren erwiesen. Im Falle der solaren Heizungsunterstützung ist die Kollektorfläche zu verdoppeln.

Die Speichergröße sollte mit 80 Litern pro Person gewählt werden. Soll die solarthermische Anlage nicht nur für warmes Wasser sorgen, sondern auch die Heizung unterstützen, so ist allerdings eine größere Kollektorfläche (im Vergleich zur Trinkwassererwärmung etwa doppelt so groß) sowie ein entsprechend größerer Speicher einzuplanen. Hierfür können 60 Liter Puffervolumen pro Quadratmeter Kollektorfläche für Flach- und 80 Liter pro Quadratmeter Kollektorfläche für Vakuumröhrenkollektoren angesetzt werden.

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Standortkriterien prüfen

Ob eine solarthermische Anlage sinnvoll realisiert werden kann, hängt nicht zuletzt von den Standortgegebenheiten ab. Vor der Anschaffung einer solarthermischen Anlage sollte daher genau geprüft werden, ob die Dachfläche in Bezug auf Ausrichtung, Neigung, Verschattungsfreiheit und Tragfähigkeit überhaupt für das geplante Vorhaben geeignet ist.

Vorteilhaft sind Dächer mit einem Neigungswinkel von 30-70 Grad in Südausrichtung (optimal), aber auch in Südost- bis Südwest-Lage, ebenso wie Flachdächer. Für letztere werden im Falle von Flachkollektoren und Heat-pipe Vakuumröhrenkollektoren jedoch Aufständerungen benötigt, damit ein optimaler Neigungswinkel erreicht wird.

Auch Solarthermie-Lösungen an der Fassade sind möglich. Hierbei ist zu beachten, dass die Fassendenanlage oftmals ein architektonisches Gestaltungselement darstellt und im Blickfeld der Bewohner liegt.

Tipp: Flachdächer sind bestens für die Montage von Kollektoren geeignet, da Neigungswinkel und ausrichtung frei gewählt werden können. Allerdings muss hier bei der Wahl von Flachkollektoren bzw. Vakuumöhrenkollektoren des Typs Heat-Pipe aufgrund der notwendigen Unterkonstruktion zur Aufständerung mit höheren Kosten gerechnet werden.

Kosten, Förderung und Finanzierung für solarthermischen Anlagen

Für eine solarthermische Anlage ausschließlich zur Trinkwassererwärmung muss bei einem 4-Personen-Haushalt mit Investitionskosten zwischen 4.000 und 6.000 Euro gerechnet werden (inkl. Montage und MWSt.). Die Kosten können regional etwas unterschiedlich sein, richten sich aber in erster Linie nach Größe und Kollektorwahl. Flachkollektoren sind pro Quadratmeter preislich günstiger als Röhrenkollektoren.

Soll die Anlage auch zur Heizungsunterstützung dienen, so liegen die Investitionskosten für den typischen 4-Familien-Haushalt bei rund 8.000 bis 12.000 Euro. Damit nicht die gesamte Investitionslast auf den Schultern des Bauherren ruht, gibt es von Bund und Ländern staatliche Fördermittel. Gefördert durch nichtrückzahlbare Zuschüsse im Rahmen des Marktanreizprogramms werden Kombi-Anlagen (Warmwasser + Heizung) in Bestandsbauten.

Solarthermie Förderung
Antrag Solarthermie Förderung © marco2811, fotolia.com

Auskunft über die aktuellen Fördersätze gibt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Außerdem vergibt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zinsgünstige Kredite für solarthermische Anlagen im Rahmen verschiedener Sanierungsprogramme.

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