Fehler Planung Solarthermie

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Die 5 häufigsten Fehler bei der Planung einer solarthermischen Anlage und deren Vermeidung

Solarthermie Planung
Solarthermie © Manuela Fiebig, fotolia.com

Bei Sanierungen und vor allem im Neubau finden solarthermische Anlagen weiterhin häufig Anwendung, was nicht nur den steigenden Energiepriesen, sondern auch den gesetzlichen Bestimmungen des EnEG ( Energieeinsparungsgesetz), der EnEV ( Energieeinsparverordnung) und EEWärmeG (Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz) geschuldet ist.

Solartehrmische Anlagen können bis zu 60% Ihres Energiebedarfs für die Warmwasserbereitung decken und Ihre herkömmliche Raumheizung unterstützen – wenn Sie optimal geplant, ausgelegt und montiert werden.

Auch hier sollte zur Vermeidung von Fehlern ein Fachplaner zu Rate gezogen werden und die Montage durch einen erfahrenen Fachbetrieb ausgeführt werden.

Planungsfehler wie bei der Projektierung einer Photovoltaikanlage anhand alter Zeichnungen und aufgrund statischer Gegebenheiten sind hier eher selten, da die Kollektorfläche vergleichsweise klein ausfällt. Trotzden ist hier acht zu geben.

Allerdings ist die Anzahl der einzelnen Komponenten entschieden höher, so daß hier einige Fehler auftauchen können.

1. Fehler: Nichtbeachtung der Gegebenheiten vor Ort

Neben der Vernachlässigung von Verschattungen ist ein beliebter Fehler, die Aufstellungsorte für Speicher nur grob zu beachten. Die Abmaße des Trinkwasser- oder Pufferspeichers werden gar nicht oder falsch eingeschätzt und lichte Maße der Türöffnungen oder dr Transportwege nicht berücksichtigt, so daß der Monteur die Baustelle später nicht ohne Weiteres bestücken kann. Es wird für alle Beteiligten sehr ärgerlich und u.U teuer, wenn zunächst die Türöffnung verbreitert werden muß.

2. Fehler: Bedarfsberechnung

Bei der Planung einer solarthermischen Anlage ist das Auslegungsziel mit dem Kunden vor Planungsbeginn sorgfältig abzustimmen.Die Anlagenparameter sind stark abhängig davon, ob die Anlage nur der Warmwasserbereitung oder auch der Heizungsunterstützung dient. In beiden Fällen müssen vorher Deckungsgrade der solaren Heizungsunterstützung festgelegt werden.

Häufig werden pauschale durchschnittliche Bedarfsangaben als Grundlage verwendet.
Es ist jedoch für die tatsächlich zu erreichenden Wirkungsgrade von hoher Bedeutung, wenn der Kunde ein stark abweichendes Nutzerverhalten an den Tag legt. Hier ist dann schon in der Bedarfsberechnung der erste Planungsfehler gemacht.

Ebenfass unter Nichtbeachtung leiden die passiven solaren Wärmegewinne, die man immer mehr durch entsprechende Fensterflächen erreicht, besonders im Neubau. Auch diese Parameter sollten in die Berechnung einfließen.

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3. Fehler: Dimensionierung Kollektorfläche

Insbesondere für die Dimensionierung der solarthermischen Anlagen zur Warmwasserbereitung werden oftmals Faustformeln verwendet. Das ist zur überschlägigen Abschätzung der Kolletkorgröße ein durchaus praktikables Instrument. Für die endgültige Dimensionierung sollte allerdings mittels Simulationsprogramm geprüft werden. Bei Anlagen, die auch der Heizungsunterstützung dienen ist dies unerläßlich, auch im Hinblick auf die verwendete Kollektorart.

4. Fehler: Nichtbeachtung von Normen und anerkannten Regeln der Technik

Einige Planer arbeiten hauptsächlich auf der Grundlage Ihrer Erfahrungen. Das ist sicher eine entscheidende Komponente, vieles wird allerdings nicht mehr hinterfragt. Jedoch sollten unbedingt die maßgeblichen Vorschriften immer wieder angewendet und damit die Planung geprüft werden.

Bei Vernachlässigung der Dachnormen oder Verankerungs-und Verglasungsrichtlinien z.B bei einer Fassadenmontage kann es zu erheblichen Unfällen und Bauschäden kommen. DIN Normen verweisen ausserdem auf Wind-und Schneelasten (z.B. Schneelastzonen beachten), die manch einer unterschätzt. Auch die Antilegionellenschaltungen werden per Vorschrift bestimmt.

5. Fehler: Dimensionierung der Komponenten

Eine schlechte oder ungenaue Dimensionierung von Pumpen, Rohren und Ausdehnungsgefäßen kann zu Anlagenausfällen oder schlechtem Wärmetransport führen.
Also am besten die erste Planung und Dimensionierung mit dem vorhanden Simulationsprogramm noch mal auf Plausibilität und Einhaltung der Vorschriften prüfen, um einen störungsfreien Betrieb Vorschub zu geben.

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