Solarthermie FAQ

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Solarthermie – häufig gestellte Fragen

Solarthermie FAQWir haben häufige Fragen zu Solarthermie zusammengefasst.

Brauche ich Solarmodule oder Sonnenkollektoren?

Zur Nutzung der Sonnenenergie für die Trinkwasererwärmung oder zusätzlichen Heizungsunterstützung brauchen Sie Sonnenkollektoren. Auch wenn die Begriffe in den Medien und der Literatur oftmals durcheinandergeworfen werden, gilt folgende Unterscheidung: Solarmodule wandeln mit Hilfe des photoelektrischen Effekts die Sonnenenergie in Strom um. Solarkollektoren hingegen erzeugen durch Absorption Wärme aus Sonnenenergie.

Brauche ich eine Baugenehmigung für meine Solarthermie-Anlage?

Nein, eine Baugenehmigung ist in den meisten Fällen nicht zwingend erforderlich. Allerdings kann dies doch notwendig sein bei Gebäuden, die unter Denkmalschutz oder in Gebieten mit Milieuschutz stehen oder anderen amtlichen Auflagen hinsichtlich ihrer baulichen Veränderung unterliegen. Empfehlenswert ist es, bei Unsicherheiten im zuständigen Amt vor Maßnahmebeginn für Klarheit zu sorgen.

Wie groß ist der Nutzen für die Umwelt?

Der konkrete Nutzen für die Umwelt besteht darin, dass bei der Erzeugung von Solarwärme oder auch Solarstrom kein klimaschädigendes Kohlenstoffdioxid emittiert wird, da es hier nicht um einen Verbrennungsprozess handelt. Die Sonne scheint nach jetzigem Wissensstand noch für etwa fünf Milliarden Jahre. Jegliche Wärme, die mit den Solarkollektoren produziert wird, ersetzt fossile Brennstoffe wie Heizöl oder Erdgas, die ansonsten in einem Heizkessel verbrannt würden. Da diese naturgemäß endlich sind und ihre Gewinnung aufgrund knapper werdender Ressourcen immer aufwendiger und damit teurer wird, ist die weitere Verwendung von Öl und Kohle längst auch zur Kostenfrage geworden.

Abhängig vom Standort, dem Anlage- und eingesetzten Kollektortyp können im Einfamilienhausbereich bei einer vernünftig dimensionierten Anlage jährlich etwa 2.000 bis 4.000 Kilowattstunden Nutzwärme erzeugt werden. Dies entspricht beispielsweise bei einem Kesselknutzungsgrad von 80 % rund 250 bis 500 Litern Heizöl oder Kubikmetern Erdgas. Nun brauchen Sie nur noch Ihren zuletzt gezahlten Öl- bzw. Gaspreis pro Kilowattstunde heranziehen, um Ihr individuelles Einsparpotenzial auszurechnen.

Hinzu kommen die vermiedenen Emissionen an Kohlenstoffdioxid durch den jährlichen Betrieb einer Solarthermie-Anlage. Hier können Sie von einem mittleren Faktor von 210 Gramm CO2 Einsparung pro Kilowattstunde Nutzwärme ausgehen.

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Ich fahre in Urlaub. Was muss ich bei der Solarthermie-Anlage beachten?

Solarthermische Anlagen sind eigensicher und darauf ausgelegt, dass es auch bei fehlender Wärmeabnahme zu keinen Störungen oder Mängeln kommt. Sie brauchen daher nichts zu beachten, wenn Sie z.B. im Hochsommer in Urlaub fahren möchten. Bei voll beladenem Speicher (Erreichen der Speichermaximaltemperatur 60°C bzw. 90°C) schaltet die Regelung die Solarkreispumpe auch bei anhaltender Sonneneinstrahlung nicht mehr ein, um das Speicherwasser nicht zum Kochen zu bringen. Das Solarfluid im Kollektor geht dann (druckabhängig bei ca. 115 °C) in die Dampfform und der Kollektor wird leer gedrückt. Das verdrängte Volumen wird im Membranausdehnungsgefäß aufgenommen, so dass der Anlagendruck stabil bleibt und das Sicherheitsventil nicht anspringt. Auf diese Art bleibt die Anlage betriebsbereit.

Was ist besser – Einzelkomponenten oder Komplettangebote?

Beide Lösungsansätze haben ihre Berechtigung und hängen unter anderem davon ab, wie viel finanziellen und zeitlichen Aufwand ein Bauherr investieren will. Komplettangebote haben den Vorteil, dass die einzelnen Komponenten gut aufeinander abgestimmt sind und aufgrund von Erfahrungswerten anderer Besitzer in der Regel immer weiter optimiert wurden. Die Auswahl und Verwendung von Einzelkomponenten setzt großes fachliches Know-how voraus, bietet aber gleichzeitig die Möglichkeit, von den Standard-Lösungen der Komplettangebote abzuweichen und die ideale Lösung für die eigenen individuellen Gegebenheiten zu finden. Fragen Sie bei Komplettanlagen nach, welche Einzelteile genau im Angebot enthalten sind. In der Regel müssen Sie weitere Kosten für Leitungen, Dichtungen oder individuelle Anpassungen einrechnen.

Welche weiteren Einsatzmöglichkeiten gibt es noch für die Solarthermie?

Neben Systemen zur Trinkwassererwärmung sowie zur zusätzlichen Heizungsunterstützung ist es auch möglich, Schwimmbadwasser im kommunalen Freibad wie auch im privaten Pool mit Solarthermie zu erwärmen. Hierfür werden in der Regel unverglaste Kunststoffabsorber eingesetzt. Die Absorberfläche entspricht üblicherweise ca. 80% der Beckenoberfläche. Auf diese Art kann z.B. der Betriebszeitraum eines Freibades gegenüber einer unbeheizten Situation verlängert werden. Aufgrund der kostengünstigen Kollektortechnik amortisieren sich die Investitionskosten in eine solare Schwimmbadwassererwärmung innerhalb von wenigen Jahren.

Wo finde ich weitere Informationen zu Solarthermie?

Mit der Energiewende sind die regenerativen Energien wieder verstärkt in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geraten. Dementsprechend groß ist heutzutage das Angebot an Informationen über die Solarthermie. Im Folgenden finden Sie eine kleine Auswahl an empfehlenswerten Informationsquellen, die sich gut als Ausgangspunkt für weitere Recherchen eignen. Generell sollten Sie darauf achten, ob die Informationen aus unabhängigen Quellen stammen oder eher werblichen Charakter haben.

Internet:

Verbände und Anlaufstellen

Fördermöglichkeiten:

Magazine

Literatur

  • Frank Späte, Heinz Ladener: Solaranlagen – Handbuch der thermischen Solarenergienutzung, ökobuch Verlag, ISBN: 978-3-936896-40-4
  • Bo Hanus: Thermische Solaranlagen professionell planen und installieren, Franzis Verlag, ISBN: 978-3772340881
  • Leitfaden Solarthermische Anlagen, 9. Auflage 2012, Herausgeber: Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie, ISBN 978-3-933634-34-4

Wo finde ich Fachbetriebe für Solarthermie und Solaranlegen?

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