Solarthermie: Sonnenkollektoren aus Kunststoff

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Sonnenkollektoren aus Kunststoff fallen derzeit noch unter die Rubrik „Paradiesvogel“. Nur wenige Hersteller widmen sich der Idee, altbewährtes Aluminium durch moderne Kunststoffe zu ersetzen. Dabei warten Vollkunststoffkollektoren mit zahlreichen Vorteilen auf und könnten schon bald mehr sein als Zukunftsmusik.

Kunststoffkollektoren der Firma Aventa ©Aventa
Kunststoffkollektoren der Firma Aventa © Aventa

Teure Sonnenkollektoren

Zu hohe Kosten zu wenig Gestaltungsspielraum, das sind Aspekte, die es der Solarthermie schwer machen, Fuß zu fassen. Solare Wärme ist bisweilen das Stiefkind der Energiewende, das soll sich in Zukunft ändern. Ein wichtiger Ansatz für diese Wandlung wird bereits seit einigen Jahren diskutiert – der Einsatz von Kunststoff in der Herstellung von Solarthermiekollektoren. Geht es um Gebrauchsdauer, Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit können sich diese nämlich durchaus sehen lassen, wie Forscher des Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) jetzt in einer Analyse herausstellten.

Pilotprojekte erfolgreich

Kunststoff Materialien © Fraunhofer ISE
Kunststoff Materialien © Fraunhofer ISE

Die positiven Aspekte von Sonnenkollektoren aus Plastik können sich durchaus sehen lassen. Erste Projekte zeigen das auch in der Praxis! So etwa die im Rahmen des europäischen Scoop Projekts verbauten Polymerkollektoren in einer norwegischen Siedlung. Einfache Montage und ein ausgeklügeltes Drucksystem, das einen zu hohen Wasserdruck bei hohen Temperaturen in den Kollektoren verhindert und diese vor Schäden bewahrt, zeichnen die neuen Kollektoren aus.

Kosten könnten deutlich gesenkt werden

Im Vergleich zu herkömmlichen Sonnenkollektoren warten Kollektoren mit Kunststoffkomponenten nicht nur mit einem geringeren Gewicht, einem günstigeren Preis, guten Dämmeigenschaften und einer ansehnlichen Korrosionsbeständigkeit auf, sondern erlauben auch mehr Flexibilität, was besonders bei der Fassadenmontage punktet. Verschiedene Forschungsprojekte in ganz Europa testen derzeit an Konzepten, die zum endgültigen Durchbruch und zur Serienreife von Vollkunststoffkollektoren führen könnten.

Materialien Sonnenkollektoren
Ökologischer Fingerabdruck im Vergleich: Die Werte von extrudierten Polymerkollektoren liegen in allen Kategorien unter denen für herkömmliche Kollektoren mit Aluminium-Kupfer-Absorber. © Fraunhofer ISE

Auf der Suche nach dem richtigen Material

Ihr Hauptaugenmerk liegt auf der richtigen Mischung aus temperaturgeeignetem Material und geringen Kosten. Durch die große Hitzeentwicklung müssen die Komponenten temperaturbeständig sein, was im Standardpolymerbereich nicht gegeben ist. Spezialpolymere halten zwar die Temperaturen aus, sind aber entsprechend teuer. Ein weiteres Augenmerk liegt auf dem Design, das sich nicht nur den Materialien anpassen, sondern gleichzeitig den visuellen Ansprüchen des Endverbrauchers gerecht werden muss. Für die Fachmesse (ISH) im März 2015 haben bereits einige Hersteller die Präsentation von Kunststoffkollektoren angekündigt.

Weitergehende Informationen in der offiziellen Pressemitteilung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE

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