Photovoltaik Stromzähler

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Stromzähler bei einer Photovoltaikanlage

Solaranlage Stromzähler
Stromzähler © Marina lohrbach , fotolia.com

Ohne Photovoltaikanlage findet sich in jedem Keller ein Stromzähler, der den Verbrauch pro Haus oder Wohnung misst. Wird nun eine Photovoltaikanlage betrieben, gesellen sich hier noch weitere Zähler hinzu.

Einspeisezähler

Mit dem EEG 2009 wurde endgültig festgeschrieben, dass Netzbetreiber verpflichtet sind, Solarstrom abzunehmen. Da pro Kilowattstunde eine feste Einspeisevergütung gezahlt wird, muss auch genau bekannt sein, wie viel solarer Strom in das öffentliche Netz eingespeist wird. Das übernimmt der Einspeisezähler. Der Einspeisezähler ist normalerweise Eigentum des Netzbetreibers, der dafür vom Betreiber der Photovoltaikanlage eine Abschlagszahlung erhält. Allerdings können Betreiber einer Photovoltaikanlage den Einspeisezähler auch selbst beschaffen.

Der Einspeisezähler sollte mit einer Rücklaufsperre ausgestattet sein. Geht es nach den Vorstellungen der Netzbetreiber, „sollte“ der Einspeisezähler in dem vorhandenen Zählerschrank montiert werden oder in einen eigenen, neben oder in der Nähe des vorhandenen Bezugszählers. Letztlich kann er aber an jedem sinnvollen Ort montiert werden, es besteht keine Pflicht zum Einbau in den vorhandenen Zählerkasten. Einspeisezähler müssen regelmäßig geeicht werden und den TAB 2007 (Technische Anschlussbedingungen für den Anschluss an das Niederspannungsnetz) entsprechen.

Photovoltaik-Anlage Schema
Schema einer Photovoltaik Anlage © Angela Stolle, fotolia.de

Bezugszähler

Das ist der sowieso schon vorhandene Strombezugszähler. Auch er ist mit einer Rücklaufsperre versehen. Verbrauchs- oder Bezugszähler verbleiben immer im Eigentum des Netzbetreibers.

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Zweirichtungszähler

Sie sind eine Kombination aus Einspeisezähler und Bezugszähler in einem Gerät. Zweirichtungszähler sind auf jeden Fall Eigentum des Netzbetreibers, der dafür eine Bereitstellungsgebühr und meistens auch eine zweite Messgebühr erhebt. Zweirichtungszähler sind insofern praktisch, als sie an der Stelle des bisherigen Bezugszählers montiert werden können und wenig Platz wegnehmen. Die Gebühren für Einspeise-, Bezugs- und Zweirichtungszähler sind von Netzbetreiber zu Netzbetreiber verschieden und liegen zwischen 30 und 80 Euro.

Tipp: Es muss auf jeden Fall darauf geachtet werden, dass der Zähler über alle Phasen saldiert. Das ist allerdings nicht bei allen elektronischen Zählern der Fall. Dann kann es zu falschen Eigenverbrauchszahlen kommen, wenn die Solaranlage nur an einer oder zwei Phasen angeschlossen ist, die Verbraucher aber an drei. Wichtig ist also die Unterscheidung zwischen saldierendem oder phasenbezogenem Zähler. Arbeitet der Zähler saldierend, ergeben sich die Probleme nicht. Viele Zähler lassen sich entsprechend einstellen.

Ertragszähler

Auch nach Abschaffung der Eigenverbrauchsvergütung ist die Ermittlung der direkt verbrauchten Menge an Solarstrom (Eigenverbrauch) notwendig. Der Ertragszähler misst nämlich den gesamten von der Photovoltaikanlage produzierten Strom. Im Gegensatz zum Einspeisezähler, der ja nur den Anteil misst, der in das öffentliche Netz gespeist wird. Um also den Anteil an selbst verbrauchtem Solarstrom nachweisen zu können, muss ein Ertragszähler her. Dies ist auch aus steuerlichen Gründen notwendig, da für die Eigenverbrauchsmenge Umsatzsteuer gezahlt werden muss. Der Ertragszähler verbleibt immer im Eigentum des Anlagenbetreibers.

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